50 Jahre - VFL 1949 Theesen
- Erinnerungen - Perspektiven -
DIE NEUE HEIMAT DES VFL . . .
Im April 1955 mußte der Spielbetrieb auf dem alten Sportplatz beim Gastwirt
Lohmann eingestellt werden. Mit den Arbeiten für den neuen Sportplatz
am Horstheider Weg hat man noch 1954 begonnen, jedoch konnte dieser neue
Sportplatz noch nicht bespielt werden. In den Bauausschuß waren
6 Sportkameraden gewählt worden, u.a. auch der Architekt Heidemann.
Die ersten Ehrenmitglieder im Verein waren zu diesem Zeitpunkt die Sportfreunde
Heinrich Stender und Emil Knapp. Im Januar 1955 konnte der Sportfreund
Walter Temming dem Fußballkreis Bielefeld als Schiedsrichteranwärter
gemeldet werden. Zu diesem Zeitpunkt führte Heinz Werwarth den Verein
als 1. Vorsitzender. Sportlich lief es in diesem Jahr nicht so gut, zum
Schluß der Spielzeit 1954/55 belegte die 1. Mannschaft in der 2.
Kreisklasse den 15. Platz und mußte zur 3. Kreisklasse absteigen.
Ende 1954 mußte sogar die A-Jugend vom Spielbetrieb abgemeldet werden.
Sie konnte jedoch im Jahre 1955 wieder sofort angemeldet werden.
Auch bei der neuen Sportanlage am Horstheider Weg wurden wieder beträchtliche
Eigenleistungen erbracht. Mit den Zuschüssen vom Toto, LSB, Bezirksregierung
Detmold und der Amtsverwaltung Jöllenbeck konnte dann am 14 . August
1955 die neue Sportanlage eingeweiht werden. Als erstes neuerbautes Sportlerheim
im Großraum Bielefeld nach dem 2. Weltkrieg konnte das schmucke Jugendheim
seiner Bestimmung übergeben werden. Mit jeweils zwei Umkleide- und
Duschkabinen, einem kleinen Büroraum für die Gemeinde, (wo das
VfL- Gründungsmitglied Heinrich Heidemann Anfangs als Verwaltungsangestellter
des Amtes Jöllenbeck "residierte" ) Toiletten und Sozialraum, z.B.
für die Schiedsrichter, waren dies ideale Bedingungen für die
Aktiven und neuer Treffpunkt der wachsenden VfL-Familie.
Auch diesmal bestand das Spielfeld wieder aus einer Rasenfläche.
Die Mannschaften von Sportfr. Senne 2, TuS Vilsendorf , TuS Dornberg und
natürlich die des VfL waren bei der Einweihung die ersten Nutznießer.
Die Einwohner von Theesen kamen in Scharen, wollte man doch unbedingt das
Benefizspiel der Mannschaften "Gem.Chor/Geflügelverein Theesen - "ältere
Generation" VfL sehen. Die Gründung einer offiziellen "Alte Herren"-Abteilung
sollte erst später erfolgen.
Die unmittelbare Nähe zur Grundschule Theesen zahlte sich aus.
Besonders jüngere Mitglieder fanden nunmehr den Weg zum Sportverein.
Der Grundstock war gelegt für eine bis heute jahrelange und erfolgreiche
Jugendarbeit. Der Pachtvertrag zwischen der Gemeinde Theesen und dem VfL
Theesen wurde für die Dauer von 20 Jahren zur pacht- und mietfreien
Benutzung geschlossen. Eine Zeit lang war das Gemeindebüro, geleitet
von Heinrich Heidemann, im neue n Jugendheim untergebracht. Selbst die
Grundschule Theesen nutzte die Umkleideräume einige Zeit für
den Schulunterricht.
Das Spielfeld wurde damals von den Vereinsmitgliedern selbst gepflegt
und mit privaten Rasenmähern bespielbar gehalten. Später stellte
die Gemeinde einen Rasenmäher zur Verfügung. Das Mähen mußte
jedoch weiter selbst vorgenommen werden. Heinrich Heidemann fühlte
sich sofort für das neue Sportheim 'verantwortlich' und wurde nach
einem Beschluß des Rates der Gemeinde Theesen vom 11.12.1956 rückwirkend
vom 1. April 1956 an gegen ein monatliches Entgelt von 10,00 DM nun offiziell
die Verwaltung und Beaufsichtigung des Sportheimes übertragen. Er
war somit der erste "Heimleiter" der VfL Sportanlage, später wegen
seines stets ausreichenden Vorrates an Getränken auch liebevoll "Hüttenwirt"
genannt. Sehr schnell wurde allen Mitgliedern klar - ohne "Onkel Heini"
läuft hier nichts. Diese wichtige Aufgabe sollte "Onkel Heini" in
der Folge dann mehr als 20 Jahre innehaben.
In der Fußballabteilung geht es wieder aufwärts, den Vorstand
im Jahre 1956 bilden die Herren Heinz Werwarth (1.V.), Horst Albert (2.V.),
Walter Engelbrecht (Geschäftsf. + Kassenw.), Erwin Heidemann und Manfred
Heidemann (1.+2. Schriftführer). Bei den Fußballern werden Hans
Kugler und Willi Mahne Spielleiter und die Jugendabteilung wird von Hermann
Janello und Wolfgang Meier geleitet. Sozialwart wurde der Sportfreund und
VfL-Schiedsrichter Walter Temming. Die Sportplatz- beleuchtung wurde inzwischen
auf 4 Masten erhöht. Zum ersten Mal wurde vom 13.-19. August 1956
eine Sportwoche veranstaltet. U.a. gab es auch einen "Pflicht- Leichtathletikkampf",
für die Senioren und A-Junioren als Fünfkampf und für die
Schüler als Dreikampf. Die Spielleiter stellten dabei die Kampfrichter.
Es wurde zum ersten Mal die Frage zwecks Eintragung ins Vereinsregister
gestellt.
Der Kassenbericht vom Waldfest der Theesener Vereine - initiiert von
VfL-Geschäftsführer Walter Engelbrecht - ergab für den VfL
eine Einnahme von 100,00 DM! Ein Überschuß von 400,00 DM verbleibt
in der Vereinskartellkasse. Auf einer Vorstandssitzung am 16.11.1956 wurde
beschlossen, daß Vereins- oder Spielerbestrafungen lt. AM von den
Spielern oder aber der Mannschaft selbst zu zahlen sei. Der Verein lehnt
die Haftung hierfür ab! - Erst auf der Jahreshauptversammlung im Januar
1957 wurde die Eintragung ins Vereinsregister beschlossen. Der 1. Mannschaft
gelang der Wiederaufstieg zur 2. Kreisklasse. Der Sportkamerad Hans Kohring
wird als Jugendleiter gewählt, ihm zur Seite steht Bernhard Hagedorn
als Schülerleiter. Mit Rolf Schröder als neuem Trainer (früher
VfB 03) kam frischer Wind in die Fußballabteilung und trieb die 1.
Mannschaft "mit harter Hand" nach vorn. Schon in der Spielzeit 1957/58
gelingt der Aufstieg zur 1. Kreisklasse (heute Kreisliga A).
An diesem tollen Erfolg waren beteiligt:
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Dieter Tielke,
-
Harry Liedke,
-
Horst Uffmann,
-
Klaus Müller,
-
Adolf Uffmann,
-
Günter Schröder,
-
Otto Hopfe,
-
Horst Niehaus,
-
Werner Otto,
-
Günter Tielke,
-
Manfred Heidemann,
-
M.(Keite) Rüenbrink,
-
Rolf Temming,
-
Manfred Hüllinghorst,
-
Bernhard Hagedorn,
-
Werner Garbe und
-
Gerhard Büscher.
Ein weiterer Höhepunkt war die Einweihung der neuen Turnhalle
an der Grundschule in Theesen. Dem VfL Theesen wurden für Dienstags
und Donnerstags Trainingseinheiten zur Verfügung gestellt. Arge Kritik
gab es seitens der Gemeindeverwaltung bezüglich des angeblich schlimmen
Zustandes des Sportheimes. Die Verwaltung lehnt eine Renovierung ab und
übergibt die Verantwortung hierfür dem VfL Theesen. Der Vorstand
des VfL gibt eine Gegendarstellung über die Presse heraus und weist
die erhobenen Vorwürfe mit Erfolg zurück.
Aufgrund der nunmehr gegebenen Möglichkeiten in der Turnhalle der
Grundschule in Theesen wurde eine Turnabteilung ins Leben gerufen. Hierfür
zuständig waren ab 01. August 1959 Frau Rudolph und Herr Voll. Am
31.12.1959 ergab sich ein Mitgliederbestand von 188 Personen. Auf der Jahreshauptversammlung
am 22. Januar 1960 wurde Ernst Steinkröger zum neuen 1. Vorsitzenden
gewählt. Der neue Vorstand setzte sich erstmalig je zur Hälfte
aus Vertretern der Fußball- und der Turnabteilung zusammen.
Das 10-jährige Bestehen des VfL Theesen wurde am 28. und 29. Mai
1960 beim Vereinswirt Lohmann im "Krug zum grünen Kranze" gefeiert.
Die 1. Mannschaft unternahm am 16. Juni 1960 eine Fahrt ins Lipperland,
verbunden mit einem Freundschaftsspiel in Spork-Wendlinghausen. - Die Jugendturnerinnen
des VfL Theesen turnten in der Gauklasse und nahmen im März 1963 an
den Jugendbestenkämpfen in Bielefeld teil. Man belegte in der Mannschaftswertung
einen hervorragenden 4 . Platz. In der Einzelwertung belegten M. Engelbrecht
und A. Schneider die Plätze 3+4.
Die 1. Fußball-Mannschaft des VfL Theesen spielte in den 60er
Jahren durchweg in der 2. Kreisklasse (ab 1962). Der Neuaufbau hat begonnen
und die schon damals gute Jugendarbeit machte sich bezahlt. Im Jahre 1965
übernahm z.B. der damalige Jugendleiter Hermann Janello auch das Training
der Senioren, junge Spieler wurden integriert. Eine Schülerabteilung
wurde wieder ins Leben gerufen und Klaus Weber - damals schon (noch als
Spieler der 2. Mannschaft) von dem ' Macher' des VfL, Walter Engelbrecht
für "höhere Funktionärsaufgaben" entdeckt (dazu später
mehr) - konnte bereits 15 Neuzugänge vermelden. Die A-Junioren schieden
im Kreispokal mit 5:1 gegen die A-Junioren des DSC Arminia Bielefeld aus.
Bei den Judokas - eine inzwischen hinzugekommene neue Abteilung des
VfL - konnte Roland Krämer den Titel eines Westdeutschen Meisters
erringen. Die Abteilung zählte zu der Zeit 25 Mitglieder und war auf
Anhieb sehr erfolgreich. Reges Treiben herrschte auch weiterhin in der
Turnabteilung, jedoch bestand ein Mangel an Übungsleitern. - Auf der
JHV am 07. Mai 1965 kandidierte der 1. Vorsitzende H. Werwarth nicht mehr.
Gesundheitliche Gründe zwangen ihn auf dieses Amt zu verzichten. Neuer
und 1. Vors. wurde Karl-Heinz Heidemann. Ihm zur Seite standen als 2. Vors.
Manfred Heidemann, Geschäfts- und Sozialwart: Walter Engelbrecht,
Schriftführer: Hans Kohring, Pressewart: Klaus Weber. Gerade diese
Personen bestimmten dann über viele Jahre die Geschicke des Vereins.
Zum neuen Vereinslokal wurde die Gaststätte "Kahler Krug - Pickertkrug"
mit Anton (Tonus) Lamker als neuem Vereinswirt auserkoren.
Das Vereinsmitglied Otto Zechmeister organisierte eine Fahrt für
die Fußballer nach österreich vom 23. Juli - 08. August 1965.
Vielen ist diese Fahrt noch heute in bester Erinnerung. In Lanzenkirchen
und Erlach (Nö) wurden auch 2 Freundschaftsspiele ausgetragen. Eine
Tagesfahrt nach Wien sowie der Besuch des Spieles RAPID WIEN - 1- FC KÖLN
( 1:3 im Praterstadion) zählten zu den weiteren Höhepunkten dieser
gelungenen Reise.
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