50 Jahre - VFL 1949 Theesen
Erinnerungen - Perspektiven
DER VEREIN WÄCHST . . . 


Im November 1965 unternimmt der Verein einen ersten Vorstoß beim damaligen Stadtsportbund- vorsitzenden Fritz VOGT und weist auf den schlechten Zustand des Sportplatzes in Theesen hin. Die alte Flutlichtanlage war während eines Sturms zusammengebrochen. Die Fußball-Jugendabteilung war inzwischen auf über 80 Jugendliche angewachsen. 

Mit Vereinbarung zwischen dem VfL und dem Gründungsmitglied Heinrich Heidemann vom 1. Juli 1966 übernimmt Heinrich Heidemann , "der Hüttenwirt", nun auch den Posten eines VfL-Platzwartes. Die Kosten hierfür trägt der Verein. Er ste Mängel werden durch ihn abgestellt, finanzielle Unter- stützung gibt es auch durch das Amt Jöllenbeck. 

In einer Vorstandssitzung am 07.03.1967 wurde beschlossen, daß auch die Judoabteilung - entgegen anderer Bestrebungen - weiterhin zum Hauptverein gehört. Eine Altligaabteilung Fußball wurde am 21. März 1967 auf Initiative des damaligen 2. Vorsitzenden Manfred Heidemann gegründet. Die Idee, die aus Altersgründen aus der 1. und 2. Mannschaft ausscheidenden Spieler dem Verein dennoch als Aktive zu erhalten, war auf Anhieb ein voller Erfolg. 

An der Gründungsversammlung nahmen teil: 

Karl-Heinz Heidemann (1. Vors.), Manfred Heidemann (2. Vors.), Günther Otto, Harry Frenzel, Werner Jöstingmeyer, Gustav Redecker, Günter Tielke, Dieter Tielke, Helmut Jacobi, Hans-Heinrich Lamker, Werner Garbe und Hans Kohring. 

Nun ging es an die Erweiterung und Modernisierung des Sportplatzes. Mit einem Kostenaufwand von 230.000,00 DM soll der Sportplatz modernisiert und das Sportheim umgebaut werden. 

Von den Verantwortlichen wurde das Bauvorhaben wie folgt erläutert: 

"Es soll ein moderner Fußball-Rasenplatz entstehen. Das vorhandene Sportgelände wird um 21 Meter nach Norden verschoben. Das Gelände soll außerdem nach Westen verbreitert werden. Die freie Fläche vor dem Platz (heutige Tennisanlage) soll mit Rotmaterial befestigt werden, damit sie bei jedem Wetter als Trainingsplatz b enutzt werden kann. Die Fläche vor dem Sportheim wird gepflastert. Die Untersuchung von Bodenproben des Sportplatzes durch ein Kölner Institut hat ergeben, daß die Oberfläche aus stark bindendem, kaum wasserdurchlässigem Le hm bedeckt ist. Deshalb soll der Boden in einer Tiefe von 35 Zentimetern abgetragen werden. 

Auf der Sohle des dachförmig auszubildenden Profils sollen dann Dränagerohre verlegt werden, um den Platz ausreichend zu entwässern. Darauf folgt eine Kies- und Schotterschicht. Die 20 Zentimeter starke Deckschicht soll dann aus einem Gemisch von Erdboden, scharfem Sand und Kunststoff- flocken bestehen, das auch bei schwerstem Regen wasserdurchlässig ist. 

Das Sportheim soll in seiner Länge um 5,50 Meter verbreitert werden. Der in der Mitte entstehende Jugend- und Gymnastikraum kann auch als Umkleide- und Versammlungsraum benutzt werden. Das Heim wird du rch eine ölheizung beheizt und soll Wasseranschluß erhalten, damit Duschen eingebaut werden können. Die Gemeinde Theesen und das Amt Jöllenbeck entschieden nach dem Grundsatz: "Wir sind es der Jugend schuldi g, einen allen Anforderungen gerecht werdenden Sportplatz zu bauen" - Der nötige Grunderwerb für die Erweiterung des Sportplatzes könne wohl zügig abgewickelt werden, da man dem jetzigen Eigentümer, dem L andwirt Walter Pöhl, "entgegenkommen" werde." 

Auf der JHV am 27. März 1969 wurde Bernd Lankes zum 1. Vors. gewählt. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Verein 220 Mitglieder. Er stellte die Breitenarbeit im VfL Theesen in den Vordergrund und nannte als nächstes Ziel die offizielle (Ne u)Gründung einer Tischtennisabteilung. Der Gründungstag war dann der 23. April 1969 und es nahmen daran 15 Personen teil. Zunächst sollten nur vereinsinterne Spiele stattfinden und es müßten 2-3 Tischtennisplatten angeschafft werden. Ab der Spielzeit 1990 spielte dann eine Herrenmannschaft in der 3. Kreisklasse. 

Das 20-jährige Bestehen des Vereins wurde mit einer Sportwoche vom 15.-21. August 1969 gefeiert. Die D-, C- und A-Junioren trugen Freundschaftsspiele aus, ebenso die 1., 2. und Altligamannschaft. Zum ersten Mal wurde praktisch eine Sportw oche veranstaltet. Auch die anderen Abteilungen Damen- und Kinderturnen, Judo und Tischtennis zeigten den Besuchern ihr Können. Aus einem reinen Fußballverein war ein Verein für Jedermann geworden und die Entwicklung sollte so weitergehen. Steigenden Einwohnerzahlen im Einzugsgebiet folgten auch neue Vereinseintritte. 

Einer Person gilt in dem weiter wachsenden Verein an dieser Stelle jedoch nachträglich noch ein ganz besonderer Dank: Walter Engelbrecht! Vom ersten Tag an hat er "seinen" VfL geformt und seine Arbeit in den Dienst des Gesamtvereins gestellt. Ihm hat der Verein sehr viel zu verdanken, so z.B. die Verbundenheit zu den anderen Vereinen der Gemeinde Theesen und di e Mitgliedschaft im Ortskartell. In seinem Hause konnten sich die Mannschaften in den ersten Jahren umziehen, die Trikots wurden von seiner Frau gewaschen, sein Tabakwarengeschäft war gleichzeitig auch die Geschäftsstelle des Vereins usw.! 

Schon in den letzten Jahren wurde er mehr und mehr von allen Seiten in seiner Tätigkeit für den VfL unterstützt, besonders aber durch Hans Kohring, der später auch den Vorsitz des VfL übernahm. 

Am 01.12.1969 mußte Walter Engelbrecht dann aus gesundheitlichen Gründen seine Ämter notgedrungen niederlegen. 

Der damals amtierende 1. Vorsitzende Bernd Lankes brachte neue Ideen und neuen Schwung in die einzelnen Abteilungen. Für die 70er Jahre hatte der VfL sich einiges vorgenommen, die Entwicklung des Vereins verlief unter der Leitung von Bernd Lankes äußerst positiv. 

Der Sportkamerad Otto Zechmeister organisierte für die Zeit vom 18.07.-07.08.1970 eine weitere Fahrt, diesmal in die Sowjetunion. 18 Herren und 6 Damen verbrachten einen tollen Aufenthalt in Moskau, u.a. war man im Kreml, Leninmausoleum, K aufhaus GUM und im Staatszirkus. Man besuchte verschiedene Galerien, Museen und Kirchen. Man diskutierte mit Funktionären und sprach mit dem legendären Torwart Jaschin. Als Zuschauer erlebte man das Pokalspiel Dynamo Moskau - Dynamo Kiew. Dabei hatten die Damen der Reisegruppe auch eine Begegnung mit dem damaligen Außenminister Walter Scheel, der ebenfalls in Moskau weilte. In einem russischen Spezialitätenrestaurant hatte man den Außenminister "entdeckt". Dieser erfüllte sehr gern die Autogrammwünsche der Damen und man hatte auch noch Zeit zu einem persönlichen Gespräch. An der Reise nahmen auch junge Sportlerin- nen und Sportler aus Gadderbaum, Jöllenbeck und Schildesche teil. 

Die 1. Mannschaft des VfL spielte nach dem Besuch in der Sowjetunion eine Zeit lang in den Trikots von Torpedo Moskau mit dem malerischen "T", was "Nicht Eingeweihte" zunächst als Abkürzung für Theesen hielten. 

Die Judoabteilung des VfL Theesen führte eine vielbeachtete Judovorführung beim Sportfest in Borgholzhausen vor. In der Sportpresse wurden die Leistungen dieser Gruppe sehr positiv dargestellt. 

Die Umgestaltung der Sportanlage wurde in Angriff genommen. In einem Pokalspiel der 1. Mannschaft gegen VfB 03 Bielefeld gab es nur eine 0:1 Niederlage vor einer großen Zuschauerkulisse. Danach begann für die Fußballer eine harte Zei t. Die eigene Anlage stand wegen der Umgestaltung nicht zur Verfügung, man mußte den Spielbetrieb in Vilsendorf und Jöllenbeck abwickeln. Das Training fand zum größten Teil in der Turnhalle in Theesen oder auf fremden Plätzen statt. 

Die Fußballabteilung trägt die Heimspiele nunmehr auf dem Sportplatz Dreekerheide aus. Die Gemeindeverwaltung teilt mit, daß das neue Sportheim u.a. auch der Arbeiterwohlfahrt AWO zur Verfügung stehen wird. 

Auf einer Vorstandssitzung im Juni 1971 wird von Frau Christa Gößling der Antrag gestellt, der Vorstand möge sich beim Gadderbaumer TV über die Möglichkeiten der Sportart PRELLBALL informieren. Über das Ergebnis dieses Antrags und die positiven Folgen wird noch zu berichten sein.